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                                              schwärzler

 

Früher – Jetzt – Zukunft

 

Ein Kunstobjekt der START Stippenden aus Vorarlberg
(künstlerische Begleitung: LEX alias Hans Schwärzler)

 

Mit dem Stipendienprogramm START bieten die Projektpartner engagierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund, verstärkt die Möglichkeit zu einer höheren Schulbildung. Die Jugendlichen haben somit eine optimale Chance für eine gelungene Integration und gute schulische Ausbildung.

Im Rahmen dieser Unterstützung werden sie begleitend zur Schulausbildung in verschiedenste Bereichen des täglichen Lebens (Integration) eingebunden.

Anfang Jänner 2017 konsultierte Frau Mag. Sandra Haid, START Landeskoordination Vorarlberg den Kunstpädagogen LEX alias Hans Schwärzler.
Die Idee war, den Jugendlichen „Grundkenntnisse der Malerei“ sowie die Bedeutung der Kunst näherzubringen und begleitend einen Workshop „Acrylmalen“ abzuhalten.
Beim ersten Arbeitsgespräch waren sich die Organisatorin und der Maler einig, dass ein auf die Stippenden zutreffendes Kunstobjekt ein prägendes Erlebnis sein wird. Das Projekt sollte einen Einblick in die Malerei vermitteln und zudem sollte das Kunstobjektes ein Thema beinhalten.

Die Tatsache, dass die Jugendlichen mit Migrationshintergrund in ihrem Leben viele „Türen“ durchgehen mussten und ihnen auch viele Türen verschlossen blieben, erleichterte die Motivsuche. Wohnzimmertüren als Kunstobjekte zu verwenden war naheliegend und passend.

Von der Idee, dass
eine Türe die Vergangenheit (Bezeichnung: Früher)
eine Türe die Gegenwart (Bezeichnung: Jetzt) und
eine Türe die Zukunft darstellen sollte war Frau Mag. Haid sofort begeistert.

Folglich:
Bereits beim ersten Treff der Stippenden im Künstler-Atelier in Hörbranz wurde intensiv das Thema aufgearbeitet. Gemeinsam ordneten sie mit dem Maler Schwärzler ihre Gedanken zur Vergangenheit, zur Gegenwart und zur Zukunft. Ein Grundgedanke war, dass sich die Jugendlichen mit ihrem Leben auseinandersetzen und einige Erinnerungen, aber auch Wünsche zum Leben bildnerisch darstellen.  Die Vorgabe, Gedanken und Vorstellungen auf Türen zu malen erforderte vorerst viel Mut. Nach kurzen gemeinsamen Gedankenreisen wurde von den Stippenden ohne Angst die Malunterlagen vorerst grundiert und mit Farbe bespritzt. Bewusst oder unbewusst entstanden auch die ersten Formen und Informationen auf den Türen.

An vier Samstag Nachmittagen wurden einige Grundkenntnisse der Malerei wie Farbkomposition, Augenhöhe, die Sprache der Formen und Einiges mehr begleitend vermittelt. Zudem wurden auch einige gemalte Bilder in Kunstbücher analysiert, die Bedeutung und die Aussprache der Bilder diskutiert.

Für Schwärzler war es sehr wichtig, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, sich spontan bildnerisch auszudrücken. Gedanken, das Erlebte, die Gegenwart und auch Wünsche herauszulassen, ohne dabei ihre Identität zu veröffentlichen. Anonym oder in totaler Freiheit mit Pinsel und Farbe zu sprechen.

Zuerst wurden Skizzen angefertigt und dann die Ideen mit Acrylfarben auf die Holzwände übertragen. Kurze Fragen, klärende Worte mit dem kreativen Begleiter wurden von den jungen Künstlern aufgenommen oder abgelehnt. Die Kunstwerke wurde zunehmends zu bildnerische Mitteilungen der Stippenden.

Es entstanden lebendige, kreative und aussagekräftige Türen. Die fertigen Objekte mit der Bezeichnung „“Früher – Jetzt – Zukunft“ wurden zu Informationen von Jugendlichen an alle Menschen unserer Gesellschaft.

Mit ein wenig Zeit und Einfühlungsvermögen können die Betrachter vielleicht mehr Informationen sehen, als sie in einem Gespräch erfahren hätten.

Nach Beendigung des Kunstobjektes sind die Wohnungstüren kaum mehr als solche zu erkennen. Mit flachen Füssen versehen stehen die drei Zeitzeugen neben einander. Nicht nur jede Türe, sondern jede Seite eines Türblattes erzählt eine Geschichte, manchmal etwas Erlebtes, und manchmal auch Wünsche an die Zukunft.

So zum Beispiel zeigt
eine „Früher – Tür Seite“ ein kleines Mädchen welches einen Blick durch das Schlüsselloch in die Vergangenheit wagt und ihr dann spontan viel Erlebtes bewusst wird.

Der Acryl-Workshop „Früher – Heute – Zukunft“ mit den START Jugendlichen ist dann realisiert, wenn WIR uns damit auseinandersetzen.
Die jungen Künstler haben sich „frei“ mit Farben und Formen ausgedrückt, stellvertretend für vermutlich viele tausende Jugendliche in unserer Gesellschaft.

Durch eine Teilnahme bei einer Ausstellung oder Präsentation dieser Türobjekte, unabhängig vom Alter und Wissen, werden sie vielleicht die Gedanken dieser Jugendlichen, vielleicht sogar der Jugend, näher kennenlernen. Durch jede weitere Meinung eines Betrachters zu diesem Kunstobjekt, steigt die Wertigkeit des Gesamten. Das vielleicht veränderte Verständnis wird zu einem wichtigen Teil dieses Kunstprojektes.

 

Die Jugendlichen vom START Stipendium Vorarlberg
Bei den Jugendlichen handelt es sich um 5 Mädchen und 3 Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahre mit Wohnsitz in Vorarlberg.

 

Künstler / Begleiter der Jugendlichen beim Workshop.
LEX alias Hans Schwärzler ist in Egg/Bregenzerwald geboren und wohnt und arbeitet in Hörbranz. Dieses Projekt wurde auch künstlerisch von seiner Frau Christine Schwärzler, Kursleiterin „Malerei & Töpfern“ unterstützt. Das Atelier, die LEX Kreativwerkstatt beim Salvatorkolleg in Hörbranz, ist für Beide der ideale Ort um sich kreativ auszuleben.

Neben seiner langjährigen Beschäftigung mit der Malerei hat LEX auch Kunstobjekte wie die Plastik „König Fußball“ oder die Installation „Jeder hat eine Chance“ in der Öffentlichkeit präsentiert.

dazu:
Objekt-Kunst ist eine Mitteilung und kann nur aufgenommen werden,
wenn sie gesehen wird;
Objektkunst braucht Zeit um sie zu erkennen und deren Wirkung zu spüren,
Objekt-Kunst ist viel näher an dem Betrachter als tausend Worte.

 

Organisation / Bearbeitung / Öffentlichkeitsarbeit:

 

 Frau Mag. Sandra Haid und Frau Larissa Schuh,

Landeskoordination START-Vorarlberg  6900 Bregenz    Montfortstraße 1


 


VN am 8. Juli 2017